UNSERE HELDEN: SENSIBEL ABER TROTZDEM COOL

UNSERE HELDEN: SENSIBEL ABER TROTZDEM COOL

UNSERE HELDEN: SENSIBEL ABER TROTZDEM COOL

NIVEA MEN hat eine neue Produktlinie herausgebracht. NIVEA MEN Sensitive Cool. Aber passt das zusammen? Sensibel & cool? Ich bin ein Kind der 80er Jahre, und wenn ich überprüfen will, ob cool und sensibel zugleich möglich ist, schaue ich mir zu allererst mal die coolsten Typen an, die mir einfallen: die Helden meiner Kindheit. Die Stars der TV-Serien und Filme, die ich als Kind anschauen durfte, bzw. heimlich angeschaut habe. Und siehe da: Viele meiner Helden sind sensibel und cool zugleich. Das ist kein Widerspruch in sich, sondern ergänzt sich. Cool sind nur die, die zu ihren Schwächen stehen oder leicht reizbar sind, wodurch viel Komik entsteht. Du fragst dich vielleicht: „Hat der sie nicht mehr alle? Zu seinen Schwächen stehen? Leicht reizbar? Und das soll cool sein? Geht’s noch? Wer soll das denn bitte sein?“

Und los geht’s mit meiner „Top 10 Liste der sensiblen und coolen Kindheitshelden“:

TOP 10 DER SENSIBLEN UND COOLEN KINDHEITSHELDEN

  1. 10. Platz der Helden unserer Kindheit
  2. 9. Platz der Helden unserer Kindheit
  3. 8. Platz der Helden unserer Kindheit
  4. 7. Platz der Helden unserer Kindheit
  5. 6. Platz der Helden unserer Kindheit
  6. 5. Platz der Helden unserer Kindheit
  7. 4. Platz der Helden unserer Kindheit
  8. 3. Platz der Helden unserer Kindheit
  9. 2. Platz der Helden unserer Kindheit
  10. 1. Platz der Helden unserer Kindheit

STAR WARS – C-3PO & R2-D2

Das dynamischste Androiden-Duo der Filmgeschichte muss wohl kaum mehr vorgestellt werden. Ihren ersten Auftritt hatten die beiden in „Krieg der Sterne“ (Originaltitel: „STAR WARS“, 1977). Oder auch modern „Episode IV“ genannt. C-3PO ist ein äusserst sensibler Protokolldruide, der über 600 Millionen Sprachen und Dialekte beherrscht. Sein Kumpel R2-D2 wurde ursprünglich als Wartungs- und Navigationsandroide eingesetzt. Doch R2-D2 ist ein Alleskönner und Hacker. Kein Computersystem (auch nicht das des Todessterns) ist vor ihm sicher. Und wie Genies manchmal so sind, können ihre Umgangsformen zu weil etwas harsch sein. So fühlt sich C-3PO des Öfteren durch die Piepslaute von R2-D2 so dermassen beleidigt, dass er gelobt kein einziges Wort mehr mit seinem Kumpel zu wechseln. Also: Androiden + Hacker + Star Wars = Cool. Schnell beleidigt = Sensibel.

CAPTAIN JEAN-LUC PICARD

Wir bleiben im Weltall. „Unendliche Weiten. Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Dies sind die Abenteuer des neuen Raumschiffs Enterprise, das viele Lichtjahre von der Erde entfernt ist, ...“ Gott, was habe ich diese Serie geliebt. Picard, Data, Worf, Riker, Crusher, Troi. All diese starken Charaktere und das Universum von Star Trek, haben mich als Kind fasziniert. Im deutschsprachigen Fernsehen wurde die erste Folge am 7. September 1990 ausgestrahlt und ich war dabei. Captain Jean-Luc Picard (dargestellt von Sir Patrick Stewart) ist für mich der Inbegriff der Coolness und trotzdem ist er sensibel und nicht so ein Haudrauf, wie sein Vorgänger Captain James T. Kirk. Am besten lässt sich das in folgender Szene aus „Star Trek – First Contact“ erkennen:

EIN COLT FÜR ALLE FÄLLE – COLT SEAVERS & HOWIE MUNSON

Die TV-Serie, die 1981 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde hat eigentlich – also für so richtige Kerle – nur zwei richtige Hingucker: 1. Heather Thomas, die im Vorspann im blauen Bikini durch eine Salontür tritt und 2. Colts 1980s GMC Sierra Grande 4x4 Pickup Truck, der so ziemlich der Traumwagen eines jeden Teenagers war. Der Coole: Lee Majors spielte den Stuntman Colt Seavers, der nebenberuflich als Kopfgeldjäger aktiv ist. Der Sensible: Douglas Barr spielt Howie Munson, Seavers Partner und Cousin, der unter anderem Psychologie studiert hat und ein eher sanftmütiger Kerl ist. Der Titelsong der Serie „Ein Colt für alle Fälle“ die im Original „The Fall Guy“ hiess, wurde in Deutschland ein Charterfolg:

MAC GYVER – MAC GYVER

Der Mann, der mit seiner linken Hand und seinem Schweizer Armeemesser eine Atombombe entschärft und – warum auch immer - gleichzeitig mit der rechten Hand mit etwas Kaugummipapier, einer Büroklammer und einer Spraydose eine Bombe bauen konnte: Mac Gyver. Richard Dean Anderson spielte diesen Tausendsassa, der auf Waffengewalt verzichtet und sich und andere (meistens Frauen) durch die Anwendung praktischer Naturwissenschaften und durch seinen Einfallsreichtum immer wieder aus extrem gefährlichen Situationen raushaut. Modisch immer ein wenig grenzwertig (ich sage nur: Vokuhila) war Mac Gyver trotz allem ein cooler Hund, der zugleich eine sensible Seite hatte: Er verzichtete auf Waffengewalt, weil er als Kind mit einem Revolver spielend versehentlich einen seiner Freunde erschoss.

KNIGHT RIDER – MICHAEL KNIGHT

„Er kommt - Knight Rider - Ein Auto, ein Computer, ein Mann. (Pause) Knight Rider- Ein Mann und sein Auto kämpfen gegen das Unrecht.“ David „The HOFF“ Hasselhoff spielt in der Serie von 1982 Michael Knight, der bei der Foundation für Recht und Verfassung als Gesetzeshüter angestellt ist. Sein Partner ist K.I.T.T., ein stark modifizierter Pontiac Firebird Trans Am, der mit einer künstlichen Intelligenz, verschiedenen Geheimwaffen und besonderen Fähigkeiten ausgestattet wurde und sogar sprechen kann. Der Coole ist eindeutig K.I.T.T. Er reagierte aber schon mal sehr sensibel, wenn ein Hund einem seiner Reifen zu nahe kam, um das Bein zu heben.

ALF – GORDON SHUMWAY

ALF (Abkürzung für Ausserirdische Lebensform) ist ein kleiner, zotteliger Alien, welches mit seinem Raumschiff in die Garage der Vorstadtfamilie Tanner gekracht ist. Die Familie Tanner, bestehend aus Vater Willie, Mutter Kate, Tochter Lynn und Sohn Brian nehmen den Alien auf, um ihn vor Untersuchungen durch die Geheimdienste zu schützen. Damit zieht das Chaos bei den Tanners ein. Cool ist Alf, weil er eigentlich ein absoluter Chaot und Anarchist ist. Ihm sind Regeln egal und er macht, was er will. Sensibel zeigt er sich, wenn es um seinen zerstörten Heimatplaneten Melmac, seine ehemalige Liebe Rhonda und Lynn geht, in die er sich schliesslich verliebt. Für Lynn schreibt er auch einen Song und dreht mit Willies Hilfe dieses Musikvideo:

MAGNUM, P.I. – THOMAS SULLIVAN MAGNUM

Der Mann, der in den 80ern den Schnauz modisch gemacht hat: Tom Selleck. Er spielt den Vietnam-Veteran Thomas Magnum, der sich auf Hawaii niedergelassen mit den dazu passenden Hemden als Privatdetektiv sein Brot verdient. Dabei rast er mit seinem roten Ferrari 308 GTS (nach dem Schnauzer das zweite Markenzeichen der Serie) über die Insel und jagt Gangster und der einen oder anderen Frau nach. Immer mit einem Augenzwinkern und einem flotten Spruch auf den Lippen. Ferrari + Hawaii + Schnauz + Privatdetektiv = obercool. Sensibel, weil er ein Kriegstrauma hat, von der Liebe seines Lebens hintergangen wird und gegen Ende plötzlich feststellt, dass er Vater einer kleinen Tochter ist.

EINE SCHRECKLICH NETTE FAMILIE – AL BUNDY

Der arme Al Bundy ist der grösste Loser der TV-Geschichte und so uncool, dass er schon wieder cool ist. Er ist das (so sieht er sich zumindest) Oberhaupt der Familie Bundy. Seine Frau Peggy und seine Kinder Kelly und Bud machen ihm jederzeit das Leben schwer und ziehen ihm das kaum vorhandene Geld aus der Tasche. Al ist Schuhverkäufer, politisch extremst unkorrekt und wird von seiner zumeist übergewichtigen und weiblichen Kundschaft gefürchtet und gehasst. Dass Als tägliches Highlight ist, sich mit einem Nacktmagazin für eine Stunde auf dem Klo zurückzuziehen, sagt alles über ihn. Cool ist er, weil er trotz allem nie aufgibt und versucht immer das Beste aus jeder Situation zu machen und seine sensible Ader zeigt sich, wenn Peggy ihn zu einem Schäferstündchen ins Schlafzimmer zwingt. Er weint dann vor Angst wie ein kleines Baby.

EIN AUSGEKOCHTES SCHLITZOHR – BO „BANDIT“ DARVILLE

Und wieder ein Schnauz auf vier Rädern. Diesmal ist es Burt Reynolds als Bandit und sein 1977er T-Top Trans-Am Pontiac Firebird. Insgesamt gibt es 7 Bandit Filme, doch nur die ersten beiden Filme erlangten absoluten Kultstatus, da sie von Burt Reynolds, dem damals bestverdienenden Hollywood-Schauspieler, als Bandit getragen wurde. Flotte Sprüche, coole Autos, Raufereien und Verfolgungsjagden machten den Spass bei den Filmen aus. Burt Reynolds war die coolste Sau des Wilden Westens und zeigte sich aber seiner Filmpartnerin Sally Fields gegenüber, in die sich Bandit unsterblich verliebt, äusserst sensibel.

BUD SPENCER & TERENCE HILL

Das wohl schlagkräftigste und witzigste Film-Duo aller Zeiten sind die coolsten und sensibelsten Helden, die es gibt, und haben sich den ersten Platz redlich verdient. Insgesamt sind die beiden in 23 Filmen, die zwischen Klamauk und harten Italo-Western angesiedelt sind, gemeinsam aufgetreten. Die erfolgreichsten Filme darunter waren die Western-Parodien wie „Vier Fäuste für ein Halleluja“ (1971) oder „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ (1970) oder Action-Komödien wie „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ (1972) und „Das Krokodil und sein Nilpferd“ (1979). Auch heute noch geniessen die beiden absoluten Kultstatus und werden von Fans rund um die Welt verehrt. Stilgebend für die Filme waren immer unblutige Schlägereien, flotte Sprüche, slapstickartiger Humor und der Kampf Gut gegen Böse. Sprüche wie „Hat dir schon mal jemand mit einem Vorschlag einen Scheitel gezogen?“ oder „Macht Platz, ich bin der Landvogt!“ gingen in Sprachgebrauch der Fans über. Warum die beiden cool sind? Weil sie Bud Spencer und Terence Hill sind! Sensibel und leicht reizbar? Ein falsches Wort und dem Bösewicht wurde die Kauleiste eingenordet. Übrigens: Insbesondere die deutschen Synchronfassungen der Filme waren überaus erfolgreich. Denn die Dialoge der Originalsynchronisation wurden umgeschrieben und erweitert, so dass man den typischen Sprachwitz, der unter anderem den Charme der Filme ausmachte, in den Originalfassungen vergeblich sucht. 

Na also – Beweis erbracht! Vielleicht sind unsere Helden ja auch deshalb so cool, weil sie auch immer etwas sensibel sind. Immerhin macht sie das nahbar und menschlich.